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Jetzt habe ich fast ein Jahr in Vorarlberg verbracht. In dieser Zeit habe ich unglaublich viel gelernt – über mich selbst, über andere Menschen und über das Leben.

Auf beruflicher Ebene habe ich eine neue Arbeitskultur kennengelernt und meine kreative Seite in der Praxis weiterentwickelt. Besonders beeindruckt hat mich, dass sich die Menschen in der Sozialarbeit nicht nur auf Leistung und die Menge der Arbeit konzentrieren, sondern vor allem darauf, wie die Arbeit gemacht wird und wie man mit Menschen umgeht.

In diesem Jahr habe ich so viele Menschen aus der ganzen Welt kennengelernt – andere Freiwillige, meine Mitbewohner im Kolpinghaus und auch Menschen, die ich ganz spontan auf der Straße angesprochen habe. Besonders wertvoll sind die Freundschaften, die daraus entstanden sind und die hoffentlich weit über meinen Aufenthalt hier hinaus bestehen bleiben.

Jeder Mensch hat seine eigene Geschichte, Persönlichkeit, Sicht auf das Leben und seine eigenen Erfahrungen. Genau das macht Reisen für mich so besonders. Man erkennt, dass es unzählige Arten gibt, „normal“ zu sein, und dass die eigene Sichtweise nicht die einzige ist.

Ich glaube, ich verändere mich generell schnell. Doch meine Erfahrung im ESK hat diese Veränderung in eine Richtung gelenkt, die mich persönlich sehr bereichert hat.

Es gab so viele Highlights, dass ich sie gar nicht alle aufzählen kann. Eine meiner schönsten Erfahrungen war das Midterm-Training. Dort habe ich viele Freundschaften geschlossen. Jetzt weiß ich, dass ich, wenn ich nach Wien oder in andere Städte Österreichs oder sogar in viele andere Länder reise, immer jemanden besuchen oder mit jemandem etwas unternehmen kann.

Auch die monatlichen Aktivitäten waren etwas Besonderes. Eine meiner Lieblingsaktivitäten war das Paddeln am Bodensee. Wir haben zwei Paddelboote ausgeliehen und zwei Stunden mitten auf dem Bodensee – zwischen Österreich, Deutschland und der Schweiz – verbracht. Wir sind geschwommen, haben Musik gehört, geredet und einfach den Moment genossen.

Die Natur in Vorarlberg werde ich besonders vermissen. Ein Jahr lang zwischen Bergen zu leben und die Wälder nur fünf Gehminuten entfernt zu haben, war etwas Einzigartiges. Eines meiner schönsten Erlebnisse war eine Wanderung im Bregenzerwald zu Beginn des Frühlings. Dort hatte ich das Gefühl, wirklich alle fünf Sinne zu benutzen: die Berge, Flüsse und Wälder zu sehen, die Vögel zu hören, den Waldboden unter den Füßen zu spüren, das kalte Wasser der Flüsse zu fühlen und die frische, klare Luft einzuatmen.

Ich werde jedem empfehlen, die eigene Komfortzone zu verlassen und die Welt außerhalb der gewohnten Umgebung zu entdecken. Denn genau diese Erfahrungen bereichern einen, erweitern den eigenen Horizont und bleiben ein Leben lang.

Hamza Hassan

Ich bin Hamza, 23 Jahre alt, Medizinstudent, ehrgeizig, diszipliniert und immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Neben meinem Studium arbeite ich in verschiedenen Bereichen, unter anderem als deutschsprachiger Kundenbetreuer, und engagiere mich in internationalen Austauschprogrammen.

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